Wir erinnern an 100 Jahre Grundsteinlegung

Zum Tag des offenen Denkmals am 13.09.2026 im lebendigen Neuen Volkshaus Cotta

von Lilly Barthel

„Der Vergangenheit verpflichtet – der Zukunft zugewandt“: diese Worte ertönten zum Tag des offenen Denkmals mehrfach in den Ohren der Besuchenden des Neuen Volkshaus Cotta und auch bei mir. Sarah Urban sprach sie 2023 zur Wiedereröffnung des Kultur- und Nachbarschaftszentrums in diesem, unserem gemeinsamen Haus. Wir beteiligten uns am 13. September 2026 und schauten uns viele Male Kurzfilme und Fotos der vergangenen Volkshaus-Jahre auf Leinwand an.

Tage wie der Tag des offenen Denkmals sind wichtig! Wir konnten mit vielen Menschen in Gespräche, in Erinnerungen und ins Erzählen kommen – über das vergangene und das Neue Volkshaus Cotta, über Engagement für andere Menschen im Allgemeinen, in Dresden und anderswo. Hier lässt sich eindrucksvoll verstehen, dass die Welt sich weiterdreht - nur im bewussten und mutigen “Vorwärts-gewendet-sein” funktionieren kann.

Durch verschiedene Angebote haben wir die Besucher:Innen dazu eingeladen, uns Aktive am Neuen Volkshaus Cotta mit unserem Engagement und unseren Leidenschaften kennen zu lernen. Hinter den offenen Türen in unserem Haus steckt viel Arbeit.

So zeigten wir an diesem Sonntag eine Weltpremiere auf der Leinwand: eine Dokumentation aus Filmsequenzen und Fotos über die Geschehnisse im Neuen Volkshaus Cotta während der vergangenen sieben Jahre.
Und genauso wichtig ist Zusammenhalt: dafür sorgten wir in Form eines Gemeinschaftskunstwerkes, welches mit Nähmaschinen fest zusammengenäht einen bunten Regenbogenbanner ergab - so bunt wie wir alle.
Die Geschichte des Hauses und ihrer Menschen wurde mit unzähligen Fotos mehrerer Jahrzehnte eines lebendigen Volkshauses zum dynamisch gestalteten Papierbanner zusammengesetzt.
Nebenan in der Stube wurden Kaffee und Kuchen serviert. Stolz präsentierten eine Künstlerin und eine Dolmetscherin die Atelierflächen im Loft. 
Zur richtigen Zeit zeigte auch der Wettergott Gnade und ermöglichte die Beteiligung am Radiobalett mit dem Körperfunkkollektiv im Volkshaus-Garten.

Während mehrmaliger Hausführungen machten die anwesenden Besucher:Innen selbst die Geschichten lebendig. Viele Besucher:innen hatten persönliche Bezüge zum Haus: Ob als Tänzerinnen und Diskothek Besucher im Jugendclub, als Mitarbeiter in der Werbung oder als Fotograf, der die vielfältige Theatergeschichte dokumentierte. Und auch andere Besucher:Innen erzählten uns ihre persönlichen Lebenswege: beispielsweise eine Spanisch-Dolmetscherin in einem Dresdner und einem Riesaer Betrieb für kubanische und mosambikanische Vertragsarbeiter:Innen - all diese Menschen zeigten uns eindrucksvoll, was Engagement von und für Menschen bedeutet.

Der Tag bot auch die Gelegenheit, “Cottas Mainstreet” – die Hebbelsstraße – zu entdecken. Von der Grundsteinlegung zur Wiederbelebung des Volkshauses über das Faustsche Weingut, die Rote Schule, die Rübezahlschule bis hin zum Rathaus in Altcotta spannten sich die Erzählungen. 

Auch die Froschpost mit dem Sonderbeitrag zu 100 Jahren Volkshaus “gingen weg wie warme Semmeln”. Es wurden intensive Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft.

Wir geben unser Bestes, dass das Neue Volkshaus Cotta auch weiterhin bestehen kann, ein Ort, der Menschen gemeinsame Begegnungen ermöglicht, gemeinsames Lernen und Wachsen. Das Neue Volkshaus Cotta ist nur ein Beispiel dafür, dass Menschen wie Du und ich sich auf mehreren Ebenen beteiligen können: selbst mitbestimmen, welches Programm im Haus läuft, in welche Richtung(en) das Haus weiter besteht und wer es (mit)verwaltet.

Mit herzlichem Dank an die beteiligten Aktiven im Neuen Volkshaus Cotta: Rainer, Martina, Jutta, Karl, Ruth, Carsten, Marion, Lotta, Mareike, Jan, Erik und Lilly. 

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