Kunststoffschmiede

Plastikrecycling als Manufaktur!

In der offenen Recyclingwerkstatt kannst du Plastikmüll wieder in einen Rohstoff verwandeln und direkt darauf mit der eigener Hand zu neuen Produkten weiterverarbeiten – unmittelbar dort, wo der Müll entsteht.

Offene Werkstatt

  • jeden Mittwoch von 17–20 Uhr
    Halle Zwo im #Rosenwerk

Kontakt

kuss@listen.konglomerat.org

Die Kunststoffspiele sind eröffnet

Die Kunststoffschmiede ist Entwicklungslabor und offene Werkstatt für nachbarschaftliches Kunststoffrecycling. Am 02. Mai 2018, 17.30 Uhr, hat der gemeinnützige Konglomerat e.V. das Projekt im Zentrum für Baukultur in Dresden eröffnet. Der Eintrittspreis für Besucher betug ein Stück Plastikmüll aus „eigener Produktion“. Der Müll wurde von den Teilnehmern vor Ort zum Nutzstoff gemacht und in Münzen verwandelt, die an der Bar gegen Getränke getauscht wurden. Eine Tanzvorfürhung sowie Vorträge von Referenten aus Forschung, Industrie, Kreativwirtschaft und Zivilgesellschaft standen auf dem Programm.

Programm des Kick-Off-Events

Um 17.30 Uhr öffnete das Zentrum für Baukultur im Dresdner Kulturpalast seine Türen für Besucher. Ab 18.00 Uhr gab es dann das Warmup mit der Tanzkompanie go plastic. Konzept, Choreographie und Tanz bieten Susan Schubert und Cindy Hammer. Bevor die Besucher dann ihr eigenes Plastik recycelten, erfuhren sie aus verschiedenen Perspektiven die ökologische, materielle, praktische und industrielle Bedeutung von Kunststoffen. Über die Ökologie sprach Dr. Holger Freund (Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Universität Oldenburg), aus der Praxis berichtete Katharina Elleke (Precious Plastic International), über Materialkultur sprach Tulga Beyerle (Direktorin des Kunstgewerbemuseums Dresden) und die industrielle Perspektive eröffneten Saskia Glandien und Alexander Wiefel (Schicktanz GmbH).

Ab 20 Uhr wurde es dann heiß. Der mitgebrachte Plastikmüll wurde geschreddert, geschmolzen und mit den eigenen Händen in eine neue Form gebracht. Die DIY Maschinen aus dem Rosenwerk standen den Besuchern bereit. Dazu zählten der schwergewichtige Flaschenschredder „El Helmut“, der Open-Source-Feinshredder „Hilde“ und die Spritzgußmaschine „Helene“.

Über die Kunststoffschmiede am World Trade Center

In der Kunststoffschmiede im Rosenwerk tüfteln und recyceln rund zwei Dutzend Macher aus Dresden, um das globale Kunststoffproblem in den Griff zu bekommen und den Lauf vom Erdöl über den Kunststoff zum Abfall in einen Kreislauf zu bringen. Ermöglicht wird dies über eine Anschubfinanzierung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Ziel des Projekts ist, einer möglichst breiten Öffentlichkeit Zugang zu einer offenen Infrastruktur zu bieten und Dresden Mitte zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Plastik zu befähigen. Der Fokus liegt auf dem Dresdner Westen. „Die Leute können hier selbst ihre Nutzstoffe recyceln und mit professioneller Anleitung lernen, die nötigen Maschinen in Eigenregie zu bauen. Es geht uns um Ermächtigung und darum, dass die Menschen selbst ein Teil der Lösung werden“, erklärt Matthias Röder, Vorstand des Konglomerat e.V. Die Kunststoffschmiede ist auch Teil der internationalen Precious Plastic Community. Hierdurch sollen die Ergebnisse des Reallabors international bekannt und nutzbar gemacht werden. So wurde beispielsweise schon eine Form für Lineale gefertigt und nach Südamerika exportiert. Darüber hinaus werden weitere Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Dresdner Reallabor noch in diesem Sommer nach Kenya gebracht. Erste Pilotworkshops begeisterten unter anderem Geflüchtete Menschen aus dem Projekt Reflact des BUND Dresden, Studierende verschiedener Universitäten und Bewohner aus Dresden Mitte. Auch etliche Gerätschaften wurden hierfür bereits erworben, umgebaut und in liebevoller Handarbeit verschweist und verschraubt.

An Produkten entstanden unter anderem Ablaufsiebe, Wäscheklammern, Knöpfe und Lineale. Weitere Produktideen sind in Arbeit und Außenstehende sind eingeladen, ihre eigenen Ideen einzubringen. Beispielsweise zur Fertigung defekter Plastikteile aus Maschinen im eigenen Haushalt oder zur Fertigung von Produkten im Bereich des Kunsthandwerks.

Die Projektlaufzeit dauert bis Ende 2019. Dann sollen alle nötigen Maschinen bereit stehen und sich der Kreislauf schließen.

Hintergrundinfo: Träger und Förderer

Die Kunststoffschmiede ist ein Projekt des Konglomerat e.V.. Der gemeinnützige Verein betreibt das Rosenwerk (Jagdweg 1-3, 01159 Dresden) als offene Werkstatt. Außenstehende verfügen hier je nach Wünschen und Kenntnissen über verschiedene Werkbereiche wie die Holzwerkstatt, die Metallwerkstatt, das Nähwerk, die Elektrowerkstatt, eine Siebdruckwerkstatt, 3D-Drucker und Lasercutter. Hinzu kommen etliche weitere Geräte und Maschinen. Die Kunststoffschmiede ist ein Werkbereich im Rosenwerk und wird im NutzStoffe Projekt gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Zu den Unterstützern des Projekts zählen die Stadt Dresden, die Nationale Klimaschutz Initiative, die Initiative „Energie fürs Klima. Dresden schaltet!“, der Landesverband Recyclingwirtschaft Sachsen e.V., der gemeinnützige arche noVa e.V., die AUER Packaging GmbH, die Schicktanz GmbH und das Kunstgewerbemuseum Dresden.

 

Bildergalerie Auftakt Nutzstoffe

02. MAI // UNSTOFF–ROHSTOFF–NUTZSTOFF
❱ neue Haltungen im Umgang mit Plastik

Programm:

18:00 // Warm-Up 
mit der Tanzkompanie go plastic

18:30 // 4 Perspektiven / 4 Haltungen
1) Ökologie: Dr. Holger Freund 
2) Praxis: Katharina Elleke 
3) Materialkultur: Tulga Beyerle
4) Industrie: Hans-Tobias Schicktanz

20:00 // Get in Touch
Die DIY-Recyclingmaschinen stehen bereit, eigenhändig ausprobiert zu werden

Wir laden zur feierlichen Eröffnungsveranstaltung der Kunststoffschmiede ein, welche zugleich den Auftakt des vom BMU geförderten Projektes ›Nutzstoffe‹ darstellt. Im Verlauf des Abends informieren wir über die Idee der offenen Recyclingwerkstatt, darüber, wie ihr mitmachen könnt sowie über das geplante, ausgedehnte und abwechslungsreiche Jahresprogramm des Nutzstoffe-Förderprojektes. Außerdem könnt ihr natürlich SELBERMACHEN!

Zeit: 17:30 Einlass / 18:00 Programmbeginn
Ort: Zentrum für Baukultur (ZfBK) im Kulturpalast
Eintritt: Ein Stück Plastikmüll (nicht vergessen!)

➦ im online Kalender speichern
➦ zum Facebook Event 

Worum es uns geht

Wir tragen und gebrauchen Kunststoffe wie eine zweite Haut. Gegenstände aus Plastik sind überall um uns herum, sie sind alltäglich, selbstverständlich und unverzichtbar. Gleichzeitig ist unser unbedarfter Umgang mit dem Material in höchsten Maße umweltschädlich und gesundheitsgefährdend. Doch obwohl wir förmlich in Plastikmüll ersticken, bleibt alles wie es ist. Schlimmer noch: Es ist davon auszugehen, dass sich der Verbrauch von PlastikmaterialienIn den kommenden 20 Jahren sogar noch einmal verdoppeln wird. In anbetracht dieser vermeintlich ausweglosen Situation fällt es umso schwerer, sich selbst noch als Teil der Lösung zu verstehen. Und genau hier setzt die Kunststoffschmiede an!
 

Plastikmüll kann in der Kunstsoffschmiede recycelt und direkt darauf zu neuen Produkten weiterverarbeitet werden. Dafür muss er zuerst gereinigt und nach seiner Beschaffenheit sortiert werden. Im Anschluss kommen die Plastikteile in den Schredder. Dieser produziert Plastikgranulat, das Basismaterial für alle Maschinen die zur Weiterverarbeitung Verwendung finden. So wird in kürzester Zeit aus einem UNSTOFF wierder ein ROHSTOFF. Die Flocken werden erhitzt und zu neuen einzigartigen Formen gesprizt, gepresst oder extrudiert. Ein neuer NUTZSTOFF ist entstanden.
 

Was wir machen

Was wir wollen

In der Kunststoffschmiede möchten wir eine neue Haltung gegenüber Plastik entwickeln. Durch eine experimentelle und vor allem praktische Auseinandersetzung mit der Materie selbst versuchen wir zu vermeiden, bereits am Problem zu verzweifeln. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, wollen wir inspirieren und befähigen, selbstbestimmt mit Plastik umzugehen und das Kunststoffproblem in die eigene Hand zu nehmen. Nicht auf die Wirtschaft oder Politik zu warten, sondern Lösungen selbst, gemeinsam und vor Ort zu entwickeln. Entlang der gesamten Prozesskette: Angefangen bei der Bedürfnisanalyse über die Produktgestaltung bis hin zur Entsorgung und den Wegen möglicher Wiederverwertungen.

Wohin mit deiner Energie?!

Du bist vom Recycling überzeugt und willst Zeit und Energie zusammen mit uns in dieses Projekt stecken? Wir bauen und entwickeln Maschinen, designen Formen, halten Workshops und sind natürlich leidenschaftlich am Recyceln.

Kontaktiere uns oder komme zu den offenen Werkstattzeiten vorbei!

ACHTUNG: Wir sind keine Dienstleister, sondern eine freie Werkstatt mit enthusiastischen Mitgliedern. Hilfestellung bekommt ihr ausschließlich auf freiwilliger Basis unserer Mitglieder. Ohne Garantie und Verbindlichkeit.

Aktuelles

Dutch Design Week 2017

Als wir erfuhren, dass Precious Plastic während der Dutch Design Week Version 3.0 vorstellt und in mehreren Ausstellungsorten zeigt, wie man mit einfachsten Maschinen große Ergebnisse erzielen kann, dachten wir uns direkt: Da müssen wir hin!

Zu fünft besuchten wir den brandneuen Recycling-Container, die Hauptausstellung in Section C und die Precious Plastic Werkstatt in Helmond, wo Maschinen & Techniken entwickelt und gebaut wurden, um in kleinem Maßstab Plastik zu recyceln. Dave Hakkens und sein großartiges Team haben da so einiges ins Rollen gebracht. 

Verrückt!!

 

Förderer&Partner

{props.title}{props.title}{props.title}{props.title}