Raumkonferenz + Aktionstage

08.-14.04.2019 in Dresden.

nadannmachdoch.de Kampagne


Zukunftsschutzgebiete schützen Gemeinwohlräume.

Wir fühlten uns verantwortlich, der bodenpolitischen Debatte rund um schwindende Räume für urbane Kultur angesichts der Kulturhauptstadtbewerbung zu neuem Schwung zu verhelfen. Das reichhaltige Netzwerk der Dresdner Raumbetreiber:innen hat den Impuls mit seinen Perspektiven bereichert und weit getragen. Es hat sich gelohnt: Über 30 Beiträge in Presse und Rundfunk sowie aufgefrischter, konstruktiver Dialog mit Verwaltung und Poltik waren die unmittelbare Folge. Wir konnten das Thema erfolgreich setzen und sind gespannt auf kommende Entwicklungen. Klar ist: Nun müssen neben weiteren Gesprächen konkrete Taten folgen. Wir bleiben dran.
 

Verlorene Räume, Verlorene Träume

Dresdner Raumnotstand sichtbar machen

 

 

20. Juni / Workshop / Institut für angewandte Heterotopie
18:00 – 21:00 / Holzwerkstatt #Rosenwerk / Rosenstraße 92

In diesem Workshop erarbeiteten wir ein aussagekräftiges Bild für Raumsuchende, um Raum ringende, Raum sichern wollende Initiativen und Einzelne. Es entsteht vor dem Hintergrund der umfangreichen Schließung, Bedrohung und Perspektivlosigkeit von Möglichkeitsräumen wie der Lö14 oder Kö25 in Dresden. Hunderte Freiberufler und Initiativen verlieren bezahlbare Räume, gewachsene Zusammenarbeit verliert ihren Halt, Menschen ihren Ort und ihre Perspektive. Der Workshop hat den Anspruch, diesen Notstand abzubilden. Das Bild soll den konkreten Raumbedarf in Dresden und die momentan breit diskutierte Auseinandersetzung um gelingende und faire Stadtentwicklung zusammenführen.

Denn so geht es einfach nicht weiter – ständige räumliche Unsicherheit brennt Menschen aus, ver- und behindert, dass Umnutzungsprojekte gelingen können, dass sie einen Mehrwert bieten für Anwohner und die gesamte Stadtgesellschaft. Ein solches Bild macht diesen Notstand sichtbar. Es ist Vermittler, Hilfestellung, Inspiration, und Mut-Macher für aktive Stadtgestalter aus Administrative und Gesellschaft. Und das jenseits politischer Lager, Einzelinteressen, schöner Versprechungen kultur- und stadtstrategischer Bewerbungen und wenig hilfreicher PR-Maßnahmen.

Der Methode zugrunde liegt die gestalterische Konzeptionierung der Umnutzung des ehemaligen Feuerwehrgebäudes des Quelle-Versandhauses in Nürnberg. Das Haus wird mittels eines utopischen Bildes verwandelt in eine Produktions- und Kulturstätte mit gemeinschaftlich genutzten sowie privaten Räumen, eingeteilt in voneinander abgegrenzten und sich gegenseitig ergänzenden Arbeitsbereichen wie Audio, Video, Graphik, Bildender Kunst, Textil, Siebdruck, Holz, Metall und Glas.

Im Workshop werden wir diesen Ansatz gemeinsam auf zwei nebeneinanderstehende leerstehende städtische Immobilien in Dresden übertragen und zeichnen. Deren Schicksal ist noch ungewiss.

Dabei erhalten die TeilnehmerInnen praktische Tipps für das planen und durchdenken ihrer individuellen Raumbedarfe. Sie erhalten Anregungen, wie man Ideen räumlich darstellt und zu anderen Ideen in Beziehung setzt. Aus vielen Schnipseln fügen wir so ein großes kooperatives Bild der Bedarfe von freien Dresdner Initiativen zusammen. Zeichnerische Vorkenntnisse sind nicht unbedingt nötig.

Mit Grit Koalick, Marga Leuthe und Maria Trunk vom Institut für Angewandte Heterotopie

Unterstützt von: Stadt Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit im Rahmen des EU Interreg V-Projektes „Forget Heritage“

www.i-fah.com
www.visuranto.de
www.heizhaus.org
www.quellkollektiv.net

Quelle-Zeichnung


Was ist das Institut für angewandte Heterotopie? Was hat es mit der Quellezeichnung auf sich? Wie könnte kooperative Stadtentwicklung aussehen?
Das und mehr im Hintergrund-Interview mit Maria Trunk aus Nürnberg (ab 1h04min)

 

 

Zukunftsschutzgebiete

Erprobungsorte für koproduktive Stadtentwicklung

21. Juni / Abendveranstaltung / Diskussion&Dinner
16:00 – 19:30 / Open Air / Rosenstraße Ecke Jagdweg

Das Kulturhauptstadtbüro und das Netzwerk Kultur der Stadt Dresden sprechen davon, dass die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 zum Anlass für einen kulturgetriebenen Stadtentwicklungsprozess genommen werden sollte und die Bewerbung per se von der Zukunft her gedacht werden muss (s. Dokumentation der Konferenz der Konkurrenten).

Diese Intention begrüßen wir sehr und schließen uns gerne an, fragen uns – von der Zukunft her gedacht – jedoch, wo die Stadt von morgen noch gemeinsam gestaltet werden kann, wenn im Hier und Jetzt, in zunehmendem Maß, Freiräume zum Ausprobieren innovativer Ideen verschwinden. 

Wir brauchen Platz, um als visionäre, innovative und bürgerbestimmte Stadt in die Zukunft zu gehen. Platz für Erprobung, Entwicklung und neue Zusammenarbeit. Die engagierte Stadtgesellschaft – Initiativen, Kulturschaffende und Unternehmungen – kreieren lebenswerte Nachbarschaften und eine Kultur des Miteinanders, sie fördern nachhaltigen Austausch und Zusammenhalt, ermöglichen Beteiligung. Ihnen bricht derzeit der Boden unter den Füßen weg, der Raumdruck steigt immer weiter. Enorme Bedarfe stehen einem umkämpften und immer teurer werdenden, rar gesäten Angebot gegenüber. Die Folge sind Verdrängungsprozesse, die weder den Akteuren noch dem Kulturstandort Dresden dienlich sind.

Die Idee von Zukunftsschutzgebieten ist dazu da, im gemeinsamen Diskurs mit Inhalt gefüllt zu werden: Wie können wir sicheren, bezahlbaren Raum schaffen, entwickeln, betreiben und sichern? Wer ist für so etwas zuständig? Welche (unwahrscheinlichen) Partnerschaften können wir eingehen? Was sind die Hemmnisse? Wie können wir Raumkonzepte partizipativ, integriert und wandlungsfähig gestalten? Wie kann eine koproduktive Stadtentwicklung in Dresden ihren Lauf nehmen? Warum sollte sie überhaupt?
 


Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der KREATIVRAUMAGENTUR statt.

 

 

Durch den Abend leiten:

  • Christian Rätsch (Moderation),
  • Tomomi Okuno (Querflöte) und
  • Martin Rotter (Klarinette)

 

Weitere Informationen: konglo.org/KONSTRUKTIVAL

PROGRAMM

15:45 APERITIF

16:00 Podiumsdiskussion
mit einem Input von Melanie Humann,
zu kooperativer Baulandentwicklung
(Professorin für nachhaltigen Städtebau an der HTW / TU Dresden und Architektin bei Urban Catalyst Berlin)

Auf dem Podium sitzen:

  • Heike Lutoschka
    (Abteilungsleiterin Bau- und Investitionsstrategie, Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung)
  • Dr. David Klein
    (Amt für Kultur und Denkmalschutz)
  • Melanie Hörenz-Pissang
    (Geschäftsführerin Kulturbüro Dresden)
  • Matthias Röder
    (Vorstand Konglomerat e.V.)

Moderation: Frank Richter

17:30 HAUPTGANG

18:00 Dilemma-Diskussion
Stadtraum war und bleibt immer umkämpfter Raum. Um ihn nicht gegeneinander, sondern koproduktiv zu entwickeln, müssen wir unsere Denkmuster und Gräben verlassen und einander zuhören. Dazu laden wir zu einem besonderen Experiment ein und betreten das Kommunikationsschutzgebiet.

Diskussionslotsen: Kay Hemmerling & Sieglinde Eichert

19:30 DESSERT

20:00 Konzert


Im Zentrum des Themenabends steht die Frage:
Wie können wir mitten in der Stadt Flächen schützen, an denen sich nachhaltige Zukunftkonzepte schon heute erproben lassen?​​​​